Samstag, 15. April 2017

Cosmic Flowers - Aquarelltechnik für Zendoodles

Entstehung und Techniken


Das Video zum Zendoodle Cosmic Flowers habe ich schon von über 2 Wochen online gestellt, jetzt endlich folgt der Post dazu.
 
Für das Video habe ich eine etwas verkleinerte Version gemalt:
 
Cosmic Flowers II in Aquarelltechnik,
Muster und Sternenhimmel Marker, Zen-Gems Farbstift
 
 
Nachfolgend zeige ich, wie die Blüten in meinen Cosmic-Flowers entstehen. Es gibt viele Möglichkeiten, schöne Farbübergänge für Zendoodle-Muster herzustellen. Eine davon ist die Aquarelltechnik. Erst wenn alle Farbflächen bemalt sind, werden anschließend der Sternenhimmel-Hintergrund und die Muster gezeichnet.


Mit Graphittechnik übertragene Vorzeichnung auf Aquarellpapier


In der Graphittechnik wird die Rückseite einer Vorlage (das kann auch eine Vorzeichnung auf Transparent-/Entwurfspapier sein) mit Bleistift schraffiert und dann auf gutes Papier übertragen. Genauso ist es möglich, ein Graphitpapier zwischen Vorlage und Papier zu legen und durchzupausen.


Bevor ich anfange, Farbe aufzutragen, mache ich mir meist ein paar Farbnotizen und probiere die richtige Zusammenstellung. Hier habe ich einige Blau-Türkis-Kombinationen gemalt und mich für Kobalttürkis und Winsorblau Red Shade entschieden.

Mehrere Farbnotizen, um passendes Türkis und Dunkelblau zu finden
 

Und dann lege ich los:
Wie immer befeuchte ich zuerst die Fläche, die ich bemalen will, und lasse anschließend meine Farben einfließen. Für diese Technik gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder befeuchtet man das Blütenblatt mit klarem Wasser, muss dann aber etwas mehr an einem glatten Farbverlauf arbeiten. Diese Technik habe ich bei der Pink-Violetten Blüte angewendet.

 
  
 
 
Für die zweite Möglichkeit wird statt klarem Wasser eine helle wässrige Mischung der beiden geplanten Farben aufgetragen, in diesem Fall ein helles Blau.







Meist arbeite ich dabei mit 3 Pinseln, je einer mit den beiden Farben und einer nur mit Wasser oder der wässrigen Mischung befeuchtet. Dabei kontrolliere ich sehr genau die Feuchtigkeit im jeweiligen Pinsel, damit es nicht zu ungewollten Ausblühungen kommt.

 

Wenn alle Blüten ausgemalt sind, folgen die gelben Bänder, die den Flower-Power-Effekt verstärken.
 


 
 
Anschließend unterteile ich den Sternenhimmel und beginne mit dem Ausmalen. Hierfür verwende ich den Fineliner M und einige Brush-Pens aus der Faber Castell-Pitt Serie. Für die orangen Teile kommen Terracotta und Flesh Medium zum Einsatz. Für sehr große schwarze Flächen bietet sich auch der Pitt Soft Brush SB an.



Jetzt beginnt der Musterspaß.

Als erstes male ich die Doodles auf den großen aquarellierten Blütenblättern mit schwarzem Fineliner. Bei einem aufwändigen Projekt, welches einige Zeit in Anspruch nimmt, zeichne ich die Muster zuerst mit Bleistift vor oder deute zumindest Hilfslinien an. Für Blüten und Blätter sehen Muster, die sich den unterschiedlichen Breiten anpassen lassen, am schönsten aus.
 
 
 
 
Die Zen-Gems werden mit Farbstiften gezeichnet (dafür gibt es viele sehr gute Anleitungen auf Youtube) und bekommen Glanzpunkte mit weißem Marker.
 
 
 


Um das Muster auf den Lilienblüten besser sichtbar zu machen, habe ich es für den Film in Magenta gezeichnet. Im Original ist die Doodlefarbe ein deutlich helleres Rosa.

 

In der Demo-Version lasse ich die farbigen Himmelsflächen frei von Doodles (im Original sind diese Ton-in-Ton mit Mustern gefüllt) und beginne damit, die Sterne in den Himmel zu punkten. Dafür suche ich mir mehrere helle und vor allem deckende Farben aus, denn Weiß allein gibt keinen überzeugenden Nachthimmel. Die verschiedenen Pastelltöne trage ich so unterschiedlich wie möglich auf, mal kleinere, mal größere Punkte, mal näher zusammen, mal weiter auseinander. Die Zusammenstellung von Sternen sollte wie zufällig wirken.


Hier noch zwei Close-Ups von Mustern, Himmel und Zen-Gems.
 
 
 

 

 
Für Interessierte:
Materialliste:
Aquarellpapier Canson Moulin du Roy, 300 gr, 24 x 32 cm, satiniert
Aquarellfarben:
Winsor & Newton: Quinacridone Red, Winsor Blue (RS), Winsor Lemon
Schmincke: Gelborange, Chinacridonrot hell, Kobalttürkis, Chinacridonviolett, Phthalo-Saphirblau, Kobalt Azur,
Pitt Artist Pens: Schwarz (XS, F, M, B, SB), Magenta und Orange Glaze (S), Terracotta und Fleischfarbe mittel (B)
Derwent Grafik Line Painter Bricklane, Tom, Snow, Graphite
Posca Marker: PC-1M in Beige, Light Pink, Light Orange, PC-1MR in Light Blue
Edding 1200, Farbe 28 (dunkelrotbraun)
Uni Ball Signo Angelic Violet
Molotow One-4-All Weiß
Bleistift
Für die ZenGems: diverse Farbstifte (Farbreihen aus 4 bis 5 Farben von Hell nach Dunkel in Rosa-Violett und Grün-Blau), Weiß.

Hier ist der Youtube-Clip mit der Entstehung der Cosmic Flowers:





Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim kreativen Entwerfen eurer eigenen Zendoodles und ZIAs und vor allem Frohe Ostern,

Eure Susanne


Montag, 6. März 2017

Zendoodle Donuts mit Farbstiften

Donut im Skizzenbuch mit Farbstiften und Copic Ciao Blender



Farbstifte sind für viele Zeichner oft das Lieblings-Medium, da das Auftragen gut kontrollierbar ist und es sie in einer unüberschaubaren Fülle von Farbtönen gibt.

Dass gute Künstlerqualität wichtig ist, wurde schon tausendfach erwähnt. Da aber so viele tolle Zeichnungen mit günstigeren Stift-Qualitäten im Netz zu sehen sind, möchte ich mich nur für die einfachere Handhabung stark machen. Gute Farbstifte (ob öl- oder wachsbasiert) sind weich und farbstark und machen einfach Freude.

Und jetzt geht's los. Den Donut im Zentrum dieses (zirkellos) gezeichneten Mandalas zeige ich im Folgenden.



Donut-Mandala I in Pink, ca. 22 x 22 cm, Farbstift, Marker, Fineliner, im Skizzenbuch Zeta.

Damit ich richtig viel Platz für Farbe habe, male ich meinen Donut mit einem Grundkreis von ungefähr 5 - 6 cm, teile ihn in 8 leicht abgerundete Tortenstücke und kümmere mich um die Zendoodle-Muster erst, wenn er fertig gezeichnet ist.


Donut Vorzeichnung, die gepunktete Linie zeigt mir, wo ich stoppen muss, um den Lichtring freizulassen


Da ich mir die linke Seite im Skizzenbuch immer freihalte, um die Blender Pens von Farbresten zu säubern und bequem Farben und Muster ausprobieren zu können (was den Vorteil hat, dass man die verwendeten Farben und Marker immer in der Nähe der Zeichnung hat und auch später noch nachvollziehen kann), zeichne ich  mir passende Farbfolgen auf, bis ich eine tolle Kombination finde.


Beide Skizzenbuchseiten


Je nach Farbgruppe suche ich mir mindestens 5 bis 8 Farbstifte in aufeinander folgenden Farb- oder Tonwerten (Hell- und Dunkelwerten) heraus. Es können auch wesentlich mehr sein, aber ich mag es gern möglichst unkompliziert.
 
Farbwerte könnten z.B. von Rot über Orange bis Rosa führen:



Meine Auswahl Stifte für den Donut


Zur Info die Materialliste für den Donut:
Skizzenbuch Zeta von Stillman& Birn (satiniertes Aquarellpapier, 270 gr),
Copic Ciao Blender Pen,
Bleistift,
Marabu Fineliner Colour Graphix rot,

Farbstifte:
Deco Peach, Crimson Lake, Carmine Red, Henna (Prismacolor), Anthraquinone-Rose, Alizarin Crimson (Luminance), Salmon Pink (Pablo), Pompejanischrot (Polychromos)


Ansonsten was immer ihr zuhause habt. Satiniertes Aquarellpapier und glattes, schweres Zeichenpapier (z.B. Bristolkarton) sind meine absolute Empfehlung für Farbstifte.


Im Unterschied zu Aquarellkreiden und -stiften muss mit Farbstiften die Zeichnung komplett ausgeführt werden. Erst dann wird mit dem Blender vermalt und so das Pigment mit dem Papier verbunden.

 
Bezüglich 3D-Effekten und Lichtreflexen bedeutet das im Klartext, dass ich den Lichtring aussparen muss

 
Hier sind 3 Farb-Varianten des Donuts:

Donut-Beispiele in Rot, Grün und Blau



Diese aufeinanderfolgenden Tonwerte oder Farben teile ich in zwei Serien ein, um jeweils 4 der 8 Kreissegmente der Donuts oder Taler/Münzen (ohne Mittelloch) verschieden auszufüllen. Jedes zweite von Hell nach Dunkel und die dazwischen liegenden von Dunkel nach Hell.
 
Wenn man sie trotzdem recht ähnlich ausmalt, wirkt es am schönsten.
 
Zur Info:
Auch Edelstein-Donuts plane ich auf diese Weise. Ich suche die Farben aus, die ich auf der Vorlage sehe und probiere die Farbfolgen und Übergänge auf der linken Seite oder einem Beiblatt aus.
 
Hier ein Malachit-Donut:
 
Malachit-Donut
Auch bei Edelstein-Donuts in Farbstift sollte dass Licht entsprechend ausgespart werden
 
 
Vorgehensweise:
 
Farbverläufe aufmalen, kurz vor dem Lichtring den Druck vermindern, einige Millimeter frei lassen und nach dem Lichtring wieder mit ganz leichtem Druck beginnen, steigern und Farbverlauf bis zum Rand bringen. Erst wenn alle 8 Verläufe gezeichnet sind, wird mit dem Blender vermalt. Ich benutze den alkoholbasierten Copic Ciao Blender Pen, weil dieser eine flexible und weiche Pinselspitze hat. Nehmt, was immer ihr am liebsten mögt.
 
Toll für Farbverläufe von Farbe nach Weiß finde ich ich auch die Prismacolor farblosen Blenderstifte, wobei man auch diese immer wieder von Farbresten säubern sollte, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Weißes Papier lässt sich bei Farbstiftaufträgen nur schwer wieder herstellen.
 


Vermalen mit dem Blender-Pen

Am Schluss ziehe ich mit dem Fineliner die Linien nach, in diesem Fall hat mir rot am besten gefallen, weil der Plan ein Donut-Mandala in Rot-, Pink- und Lilatönen war.
 
Hier noch eine Nahaufnahme des Donuts im fertigen Mandala:

Close-Up vom fertigen Donut

Um den 3D-Effekt zu steigern, habe ich die Außen- und Innenränder der jeweiligen dunklen Partien weiter abgedunkelt. Da es mir mit Henna allein zu braun geworden ist (siehe oben), bin ich nochmals mit Alizarin über die Kanten gegangen.

Tipp: Ein kleiner Edelstein in der Mitte verleiht auch den Donuts Glanz und Gloria.

Das war's auch schon.

Hier ist der Link zum Youtube-Video, in dem ich die Arbeitsschritte zeige. Viel Spaß beim Zuschauen



Bis zum nächsten Post wünsche ich euch eine kreative Zeit.

Eure Susanne



Sonntag, 19. Februar 2017

Zendoodle - Blumen und Blüten mit Aquarellkreiden


Blumen, Zeichnen, Farbe.

 
 
Hurra! Meine Lieblingsthemen.
 

Da ich gerne Blüten in schönen Farbübergängen in meine Zendoodles einfüge, erkläre ich mittels Fotos und einem Video (siehe Link unten), wie ich diese Blüte mit Aquarellkreiden und dem Koi Blender Pen zeichne. Blumen und Blüten aller Art sind immer tolle Zierde für jedes Zendoodle.
 

Vielleicht ging es euch in der Vergangenheit ja ähnlich wie mir. Ich musste damals vor einigen Jahren die neuartigen Aquarellkreiden unbedingt haben und wusste lange Zeit eigentlich nicht recht, was ich damit anfangen soll. Aber diese kleinen Pigmentwunder können viel mehr als man denkt!

Meine Blüte ist davon nur der Anfang!



 

Hier kommt die Materialliste:

Aquarellpapier 300 gr. satiniert

Koi Blender Pen (derzeit bei Gerstaecker erhältlich - für diese Werbung bekomme ich übrigens keinen Cent, wollte euch aber die Suche nach dem Blender Pen nicht unnötig erschweren. Außerdem finde ich ihn bei Amazon teils recht teuer. Ich bestelle ihn 10er-Packs, weil er so vielseitig ist und die Pinselspitze nicht endlos lang ihre Form behält)

Aquarellkreiden NeoColor II von Caran d’Ache:

Vermillion

Orange

Cinnamon

Aquarellkreiden Artbars von Derwent (dreieckig geformt)

Strawberry Serie Brights (leuchtend, intensiv)

Spice Serie Earth (erdig, gedeckt)

Fineliner (ich habe den Pigma Micron 0.4 in Schwarz verwendet)

Bleistift HB zum Vorzeichnen und/oder Schattieren

Papierwischer oder Tortillon

 
Essentiell für diese Technik ist der Koi Blender Pen, einer der wenigen Blender, die eine wunderbar weiche Pinselspitze haben.
 

Dieser Stift ist normalerweise als Blender für die Sakura Koi Coloring Brush Pens gedacht, die ich jedoch nicht besitze, weil sie nicht lichtecht sind. Genau wie die Tombows oder Copics, die nur zu Entwurfszwecken gedacht sind, und keine Pigmente, sondern Farbstoffe enthalten, die im Licht bis zur Unkenntlichkeit verblassen. Leider! Denn am liebsten hätte ich sie alle. Bei der Farbauswahl!
 

Aber ich habe mich vor einiger Zeit auf die Spur gemacht und genug fantastische Alternativen entdeckt, die ich in den folgenden Posts alle vorstellen werde.

 
Zurück zu den Aquarellkreiden oder –sticks.

  
Zuerst zeichne ich mir eine Blüte vor, am liebsten mit mehreren übereinander liegenden Ebenen von Blütenblättern, wegen der Tiefe und dem 3D-Effekt, den man damit erzielen kann. Dann geht es los. (Die unten liegenden Blätter folgen im zweiten Durchgang)

 
Vorzeichnung

 
 
Blender-Pen
 
 
Da Aquarellkreiden durch die Zugabe von Wasser oder Feuchtigkeit viel farbiger werden als man vermuten würde, trage ich immer relativ wenig Kreide auf der Schattenseite der Fläche auf und male normalerweise nicht bis zum Rand. Beim Vermalen mit dem Blender Pen kann ich die Fläche dann ordentlich ausarbeiten.

 
 
In diesem Fall beginne ich mit der roten Farbe im Inneren des Blütenblattes und trage anschließend nach dem Trocknen der Flächen das helle Orange auf der Außenseite des Blattes auf und vermale in der Gegenrichtung. Durch einen hellen Streifen in der Mitte bekommt das Blütenblatt ein leicht metallischen 3D-Glanz, der die Wölbung erahnen lässt

Vermaltes Blütenblatt
 

Einen glatten Verlauf erhält man, indem man auf der Schattenseite beginnt und zuerst die Farbe anlöst. Ich nenne das Aktivieren. Wenn ich merke, dass ich die aufgetragene Kreide komplett aktiviert habe, verteile ich die Farbe erst auf der Schattenseite und beginne dann den Verlauf in Richtung Licht. Bei einem Übergang in mehreren Farben verwische ich eine in die andere, säubere aber den Pen zwischen zwei Farben immer auf einem Stück Schmierpapier, da sonst kein weißer oder heller Streifen übrigbleibt, der der Blüte Schimmer und Glanz verleiht.
 

Mit der Farbmenge, die man aufträgt, muss man anfangs ein wenig herumprobieren. Ich habe bei dieser Blüte Orange-Rot und Rosa wiederholt (also 2x aufgetragen und vermalt), weil ich beim Auftrag zu vorsichtig war und mir die Farben nicht intensiv genug geleuchtet haben.

 
Oft trage ich gleich auf mehreren Flächen die Kreide auf und vermale anschließend alles nacheinander mit dem Blender.

 
Wichtig:  Säubern des Blenders auf Schmierpapier nicht vergessen. Sonst kann es böse Überraschungen geben.



 
Um auch das Innere der Blüte dreidimensional wirken zu lassen, habe ich Spice und Cinnamon ebenfalls 2x aufgetragen und vermalt. Aber beim Auftrag von ausreichend Farbe kann man sich diesen Schritt auch sparen. Probiert es einfach aus.

 
Erst am Schluss ziehe ich die Konturen mit dem Fineliner nach. Denn erstens sind nicht alle Fineliner wasserfest und wenn Schwarz die leuchtenden Farben erst verschmutzt hat, kann man das schönste Zendoodle oft nur noch entsorgen! Zweitens enthalten manche Aquarellkreiden deckende Pigmente, die die jeweilige Farbe des Fineliners überdecken würden – auch Braun, Dunkelblau oder Schwarz.

 
Um die Blüte optisch vom Papier abzuheben, habe ich zum Abschluss noch einen Schatten mit Bleistift angelegt, der mit dem Papierwischer vermalt ist.


Und hier ist das Video dazu, in dem ihr alle Schritte nachverfolgen könnt. Viel Spaß beim Zuschauen.
 
 
 

Das war’s auch schon. Ich hoffe, ich konnte euch anregen, die Aquarellkreiden, die vielleicht auch in eurer Schublade ein trostloses Dasein fristen, einer neuen glanzvollen Karriere zuzuführen. Viel Spaß beim Experimentieren!
 

Bis zum nächsten Post/Video wünsche ich euch eine kreative Zeit!
 
Eure Susanne

Samstag, 11. Februar 2017

Farbe oder Schwarz/Weiß?

Doodles und Tangles monochrom


Der Renner eines jeden guten Bildes oder jeder ansprechenden Grafik sind Farb- und Tonwertverläufe.


Unser gesamtes Umfeld besteht eigentlich aus tausenderlei Farb- oder Tonwertübergängen. Denken wir nur an vom Licht erzeugte Schatten, die nie nur aus einem Tonwert bestehen. Wirft z.B. ein sonnenbeschienener Baum einen Schatten auf eine Wiese, kann man verfolgen, wie der Stamm und der untere Teil dunklere Tonwerte auf der Wiesenfläche erzeugen, und die Intensität/Dunkelheit des Schattens in Richtung Krone abnimmt. Abhängig davon, aus welcher Richtung das Licht kommt und wie intensiv die Lichtquelle ist.
 
Mit Farbe sind die Möglichkeiten, diese Übergänge darzustellen, unendlich.


Mehr hierzu in folgenden Posts, selbstredend :-).




Verläufe/-übergänge in monochromen Techniken


Wenn wir jedoch monochrom, also nur in Schwarz/Dunkel auf weißem/hellem Untergrund arbeiten, müssen wir andere Wege nutzen, um Übergänge und Kontraste zu schaffen.
 
Auch in monochromen Techniken gibt es verschiedene Arten von Verläufen und Übergängen.
 
Zeichner haben z.B. die Möglichkeit, von hell nach dunkel oder umgekehrt zu schattieren, oder von sehr bewegten Flächen mit vielen Linien oder Strukturen zu ruhigeren Flächen überzugehen, oder auch die Kanten und Ränder von Flächen von scharf abgegrenzt zu weich fließend übergehen zu lassen.



Dünenlandschaft, Kohle auf Ingres, Entstehungsjahr 2000, © Susanne Absolon
Rot: Heller Tonwert,
Schwarz: Dunkler Tonwert

 

Wenn wir wie im Zentangle® überwiegend monochrom arbeiten, also Flächen mit Linien (Fineliner in einer Farbe) füllen, bedeutet das bezogen auf Übergänge und Kontraste, das wir verschiedene Muster wählen können, um unser Tangle-Bild zu gestalten. Bewegtere mit ruhigeren Mustern abwechseln, Muster mit vielen eng aneinander liegenden Linien (dunkler Tonwert) gegen helle offene Linienmuster (heller Tonwert) setzen, oder auch geometrische Muster gegen weich fließende Muster absetzen.

Anhand einer einfachen Doodle-Blüte (© Susanne Absolon) ist der Unterschied zwischen "hellen" und "dunklen" Mustern gut zu erkennen:


Mittlere bis helle Muster/Tonwerte (gut zu erkennen mit halbgeschlossenen Augen)



Dichtere Linien oder ausgefüllte Muster ergeben dunklere Tonwerte


Mit den zahlreichen auf dem Markt erhältlichen Markern in verschiedensten Stärken und Strichbreiten ist es sogar möglich, Hell- und Dunkelwerte in nur einer Musterart zu erzeugen.




Um ein Muster gegen ein anderes zurücktreten zu lassen, haben wir zusätzlich die Möglichkeit zu schattieren, um damit einen 3D- bzw. Stapeleffekt zu erzeugen.


Zur Formgebung sind bei der Blüte die Linien nach innen gebogen und mit Bleistift schattiert (Pfeil Mitte),
die äußeren Blätter sind mit Markern in 2 Stufen schattiert,
das gesamte Medallion wurde außen mit Bleistift schattiert, um es vom Papier "abzuheben".
 

So viel erst einmal zu den Möglichkeiten in Schwarz/Weiß und Hell/Dunkel. Muster zum Ausprobieren sowie Anleitungen zum Schattieren findet ihr überall im Netz und in guten Büchern.

Über Kommentare und Anregungen freue ich mich und nun viel Spaß beim Zeichnen.

Eure Susanne

Freitag, 10. Februar 2017

Stifte und Marker sortieren

Ich liebe Muster und ich liebe Zeichnen.


Zendoodle ist für mich die Hochzeit von beidem, poetisch ausgedrückt.



Dieser Blog ist meiner lebenslangen Leidenschaft für Muster und Farben gewidmet, die in
 

Zendoodlecolors


ihren Ausdruck gefunden hat.


Vor Jahren hat mich das Thema Tangles und Doodles in Farbe bereits intensiv beschäftigt, als ich das Buch "Time to Tangle with Colors" von Marie Browning durchgearbeitet habe. Zu dem Zeitpunkt hatte ich jedoch auf dem Sektor Malerei noch einiges zu lernen und stellte das Zeichnen und Zendoodles für einige Zeit zurück.




Sortiersystem für Stifte und Marker


Als ich vor kurzem angefangen habe, alle meine
 

  • Aquarellstifte
  • Farbstifte
  • Aquarellkreiden
  • Marker (Fineliner, Aquarell-, Pump-, Tusche-, Acryl-, Gelmarker)
  • Tubenfarben
 

zusammen zu bringen und zu ordnen, um auch beim Zeichnen einen flüssigen Workflow herzustellen, war es nahe liegend, dem Zeichnen endlich wieder großen Raum in meinem Leben zu geben.

 

So bin ich wieder voll und ganz in das Thema Muster, Ornamentik, Farben und Zendoodles hineingekippt.

 

Weil ich gerne experimentiere und Mixed Media toll finde, sind im Laufe der Jahre bei mir so viele Stifte, Kreiden und Marker zusammen gekommen, dass ich keinen Überblick mehr über mein vorhandenes Material hatte.

So entstand die Idee, alles nach Farbgruppen abzusortieren.

Bei dem Sortiersystem handelt es sich um einen einfachen Aufbewahrungswagen, der z.B. im Frisörbedarf Anwendung findet, und den ich gerade wegen der Mobilität/Fahrbarkeit ausgesucht habe, um rasch zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen wechseln zu können und gleich alles Wichtige dabei zu haben.





Aufbewahrungswagen - links Stifte/Marker, rechts Tubenfarben,
oben Papier/Schablonen/gerade verwendete Stifte etc.
 
 
Anordnung in der Schublade Orange
links oben Farb- und Aquarellstifte, rechts Aquarellkreiden,
unten Aqua-, Acryl-, Pump-, Tusche-, Gelmarker und Fineliner in
Orange- und Lachstönen

 

Um restlos alle Stifte, ihre Anwendungs- und Kombinationsmöglichkeiten und auch Grenzen kennen zu lernen, habe ich begonnen, mir selbst Doodles zu zeichnen und auszumalen.

Mit allen Stiften im Überblick kann ich nun jederzeit überall im Haus loszeichnen und tauche jeden Tag tiefer in die Materie von Aufbau und Weiterentwicklung der Muster, in das Zeichnen von Zengems und Zenflowers ein und entwickle dabei eine eigene Zendoodle-Sprache, die ich hier im Blog mit anderen Zendoodle-Liebhabern teilen möchte.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, freue mich über eure Kommentare und Anregungen und hoffe, euch mit meinen Posts hilfreiche und nützliche Tipps/Anregungen/Inspirationen im Bereich Farb-Zendoodles kombiniert mit Mixed Media geben zu können.


Eure Susanne